Achtsamkeit für Mütter

Achtsamkeit für Mütter soll dir einen kleinen Einblick in die Vorteile eines achtsamen Umgangs mit dir und deinen Kindern geben.

Wir Mütter haben immer viel zu tun. Kinder liebevoll und gut behütet umsorgen, den Haushalt mehr oder weniger im Griff behalten, die Termine des gesamten Familienteams koordinieren und vielleicht noch alles in unserem Job geben. Achtsamkeit kann diese Aufgabenfülle nicht minimieren, aber sie kann sie uns anders erleben lassen.

Wenn wir gefragt werden, wie es uns geht, sagen wir meistens: „Gut, aber echt viel zu tun. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich zuerst anfangen soll.“

Die große Frage ist aber nicht, was wir wie wann erledigen sollten und ob wir das schaffen. Die große Frage ist, wie es uns wirklich dabei geht. Wann hast du dir zuletzt diese Frage gestellt und wirklich auf eine Antwort gewartet?

Erkennst du dich wieder?

Vielleicht kommt dir das ja bekannt vor:

  • Du bist total erschöpft und andauernd im Stress-Modus
  • Du hast keine Kraft und Motivation mehr
  • Du verlierst schnell die Geduld mit deinen Kindern und wirst wütend über jede Kleinigkeit
  • Du kannst die Momente nicht mehr genießen, weil du ständig an alles denkst, was noch zu tun ist
  • Du hast ständig ein schlechtes Gewissen und meinst, dass andere Mütter alles viel besser machen

Vielleicht wird es dir einen Stich im Herzen versetzen, wenn du dir bewusst wirst, dass diese Sätze auch auf deine Situation zutreffen. Dann kann ich dir zu deinem Trost sagen:“ Damit bist du nicht allein.“

Mutter sein ist das pure Glück. So zumindest die Erwartungen und auch das Bild der Medien und Werbung. Oder hast du schon mal eine Werbung für Baby Brei, Kinderspielzeug oder Jeans gesehen, in der das Baby vor Blähungen schreit, der Dreijährige sein Spielzeug wütend in die Ecke pfeffert oder die 12-jährige einen Kreischanfall bekommt, weil sie die Lieblingsjeans in die Wäsche geben soll. Das Leben einer Mutter ist eben nicht nur pures Glück. Es ist unerträglich, wundervoll, nervenaufreibend, chaotisch, lustig und fordert ein Höchstmaß an Geduld und Flexibilität von uns ein.

Paradoxerweise reden wir miteinander nur selten über die „Tiefen“ der Mutterschaft und sind so damit beschäftigt, unser Leben am Laufen zu halten, dass wir uns nicht mal mehr die Zeit für unsere Gefühle nehmen.

Wie fühlst du dich?

Also wie fühlst du dich wirklich? Wie fühlst du dich die meiste Zeit? Wie willst du dich eigentlich fühlen?

Wenn du dich in den obigen Sätzen wiederfindest, wirst du wahrscheinlich nicht Ruhe und Gelassenheit als erste Substanz deines Gefühlscocktails wahrnehmen. Und trotzdem gehören sie zu deinem Gefühlsrepertoire und es ist möglich, dass du lernst sie wieder mehr zu fühlen und in dein Leben zu integrieren.

Achtsamkeit als Gamechanger?

Hier kommt jetzt die Achtsamkeit ins Spiel. Achtsamkeit bedeutet, sein Leben im Hier und Jetzt bewusst wahrzunehmen und zu spüren. Es bedeutet, aus dem Autopiloten und dem Denken in Vergangenheit und Zukunft auszusteigen und sich mit dem, was gerade ist, auseinanderzusetzen. Wichtig ist dabei die innere Haltung. Sie sollte geprägt sein von einer Offenheit, Neugierde und Akzeptanz den gegenwärtigen Gefühlen gegenüber. Der Augenblick wird also nicht bewertet und beurteilt, sondern einfach vorurteilsfrei betrachtet.

Die Vorteile von Achtsamkeit werden seit mehr als 30 Jahren untersucht und erforscht. Der bekannteste Achtsamkeitsforscher Jon Kabat-Zinn entwickelte schon Ende der 70er Jahre die Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR).  Noch heute wird sein Stressreduzierungsprogramm erfolgreich in Krankenhäusern und Unternehmen angeboten.

Positive Auswirkungen auf das Gehirn

Heute ist bekannt, dass regelmäßige Achtsamkeitsübungen einen direkten Einfluss auf unser Gehirn haben.

Im Rahmen einer Studie untersuchte die Diplom-Psychologin, Hirnforscherin, MBSR- und Yoga-Lehrerin Britta Hölzel ob Achtsamkeitsmeditation zu Veränderungen im Gehirn führen. Vor und nach einem 8-wöchigen Stressreduzierungsprogramm wurde mittels eines Kernspintomographen die Gehirnstruktur der Teilnehmer analysiert und dokumentiert. Der Vergleich der Bilder ergab, dass sich die Dichte der grauen Substanz im Hippocampus nach den 8 Wochen erhöht hatte. Das bedeutet, dass die Achtsamkeitsübungen dazu geführt hatten, dass sich neue Zellen gebildet hatten. Bedeutsam ist dies vor allem, weil der Hippocampus an Lern- und Gedächtnisprozessen, der Regulierung unserer Emotionen und der Verarbeitung von Informationen beteiligt ist. Den Link zur Studie findest du hier.

Darüber hinaus wirkt sich Achtsamkeitsmeditation auch auf unsere Gesundheit aus, weil unser Immunsystem besser funktioniert sowie unser Stresslevel absenkt und unser allgemeines Wohlbefinden erhöht wie J.Carmod und J.Baer in ihrer Studie dokumentierten.

Einen interessanten Überblick zur MBSR Forschung findest du hier.

 

Was bedeutet das für dich?

Eins darf es nicht bedeutet: Zusätzlichen Stress, weil du das Gefühl hast, nun auch noch jeden Tag 30 Minuten zum achtsamen Meditieren einplanen zu müssen. Als berufstätige Mutter von vier Kindern, hätte ich mir einen solchen Luxus nie leisten können. Aber ich konnte an mir selbst feststellen, dass Powerpausen, bewusste Atemübungen und eine tägliche Meditation von 5 Minuten eine riesige Wirkung auf meinen Stresslevel und mein Wohlbefinden haben.

Probiere es einfach mal aus. Bevor deine Lieben aus ihren Betten steigen, setz dich ans Fenster, genieße die Ruhe und Stille und konzentriere dich einfach auf deinen Atem. Es ist egal, wenn Gedanken dich immer wieder ablenken. Versuch sie ziehen zu lassen und dich wieder auf das Ein- und Ausatmen zu besinnen. Vielleicht wird es nicht gleich gelingen, denn in gewisse Weise ist es Gehirnsport und wie deine Bauchmuskeln, schreit auch dein Gehirn nicht gleich „Hurra“, wenn du mit dieser Trainingseinheit ankommst. Aber wenn du dranbleibst, wird es sich schnell gewöhnen und du wirst dich auf diese 5 Minuten freuen.

Ich mache mir dazu oft eine 5-Minuten Meditationsmusik auf YouTube an. Meine Lieblingsmusik habe ich dir verlinkt.

Natürlich ist das nur ein Anfang. Zum achtsamen Mütteralltag braucht es noch mehr Tricks und Übungen. In meinem nächsten Blogartikel geht es daher um achtsame Rituale mit Kindern, die du gut in deinen Alltag integrieren kannst.

Wie stehst du zum Thema Achtsamkeit? Ich bin gespannt auf deine Kommentare.

Alles Liebe

Franziska

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1 Kommentar
  1. Du hast es auf den Punkt gebracht. Ich werden gleich heute wieder mit Achtsamkeitsmeditation beginnen. Habe es eine Zeit lange gemacht, und es hat mir so geholfen. Danke für den schönen Beitrag und die Erinnerung!

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